| Patientinnenverfügung |
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Eine Patientinnenverfügung ermächtigt das medizinische Personal, Ihre Partnerin zu Ihnen zu lassen, wenn Sie einmal auf der Intensivstation liegen. Sie bestimmen, was medizinisch unternommen oder unterlassen werden soll, wenn Sie in einem medizinischen Notfall einmal entscheidungsunfähig sein sollten. Sie können Menschen benennen, die im Falle der eigenen Unmöglichkeit einer Willensartikulierung helfen, Ihren mutmaßlichen Willen herauszufinden. Sie skizzieren darin Ihre zu berücksichtigenden persönlichen Wertvorstellungen und Ihre Einstellungen zum Leben und Sterben. In einer Patientinnenverfügung regeln Sie, wann Sie lebensverlängernde Maßnahmen ablehnen. Sie können speziell hinsichtlich Ihrer Krankheit oder ganz allgemein bestimmte Behandlungen ausschließen und bestimmte Behandlungen wünschen. Eine Absprache mit Juristin, Pflegefachkraft, Medizinerin ist sinnvoll, um den Regelungsumfang Ihrer Patientinnenverfügung auf dem aktuellen Medizinischen Stand, dem aktuellen Pflegestandard und außerdem rechtssicher zu bestimmen.Entwurf mit Textbausteinen für eine schriftliche Patientinnenverfügung
1. Eingangsformel Ich, [Vorname(n) Nachname, ggf. Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort], bestimme hiermit für den Fall, dass ich meinen Willen nicht mehr bilden oder verständlich äußern kann.... 2. Exemplarische Situationen, für die die Verfügung gelten soll Wenn - ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinde... - ich mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit befinde, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist... - ich infolge einer Gehirnschädigung meine Fähigkeit, Einsichten zu gewinnen, Entscheidungen zu treffen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, nach Einschätzung zweier erfahrener Ärztinnen oder Ärzte (können namentlich benannt werden) aller Wahrscheinlichkeit nach unwiederbringlich erloschen ist, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist. Dies gilt für direkte Gehirnschädigung z.B. durch Unfall, Schlaganfall oder Entzündung ebenso wie für indirekte Gehirnschädigung z.B. nach Wiederbelebung, Schock oder Lungenversagen. Es ist mir bewusst, dass in solchen Situationen die Fähigkeit zu Empfindungen erhalten sein kann und dass ein Aufwachen aus diesem Zustand nicht ganz sicher auszuschließen, aber unwahrscheinlich ist. - ich infolge eines weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozesses (z.B. bei Demenzerkrankung) auch mit ausdauernder Hilfestellung nicht mehr in der Lage bin, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise zu mir zu nehmen. - Eigene Beschreibung der Anwendungssituation: 3. Festlegungen zu Einleitung, Umfang oder Beendigung bestimmter medizinischer Maßnahmen Lebenserhaltende Maßnahmen In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, - dass alles medizinisch Mögliche getan wird, um mich am Leben zu erhalten und meine Beschwerden zu lindern. - auch fremde Gewebe und Organe zu erhalten, wenn dadurch mein Leben verlängert werden könnte. ODER - dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden. Hunger und Durst sollen auf natürliche Weise gestillt werden, gegebenenfalls mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ich wünsche fachgerechte Pflege von Mund und Schleimhäuten sowie menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege und das Lindern von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender Symptome. Schmerz- und Symptombehandlung In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich eine fachgerechte Schmerz- und Symptombehandlung, - aber keine bewusstseinsdämpfenden Mittel zur Schmerz- und Symptombehandlung. ODER - wenn alle sonstigen medizinischen Möglichkeiten zur Schmerz- und Symptomkontrolle versagen, auch bewusstseinsdämpfende Mittel zur Beschwerdelinderung. - die unwahrscheinliche Möglichkeit einer ungewollten Verkürzung meiner Lebenszeit durch schmerz- und symptomlindernde Maßnahmen nehme ich in Kauf. Künstliche Ernährung In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich -,dass eine künstliche Ernährung begonnen oder weitergeführt wird. -dass keine künstliche Ernährung unabhängig von der Form der künstlichen Zuführung der Nahrung (z.B. Magensonde durch Mund, Nase oder Bauchdecke, venöse Zugänge) erfolgt. Künstliche Flüssigkeitszufuhr In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich - eine künstliche Flüssigkeitszufuhr. ODER - die Reduzierung künstlicher Flüssigkeitszufuhr nach ärztlichem Ermessen. ODER - die Unterlassung jeglicher künstlichen Flüssigkeitszufuhr. Wiederbelebung A. In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich - in jedem Fall Versuche der Wiederbelebung. ODER - die Unterlassung von Versuchen zur Wiederbelebung. - dass eine Notärztin oder ein Notarzt nicht verständigt wird bzw. im Fall einer Hinzuziehung unverzüglich über meine Ablehnung von Wiederbelebungsmaßnahmen informiert wird. B. Nicht nur in den oben beschriebenen Situationen, sondern in allen Fällen eines Kreislaufstillstands oder Atemversagens - lehne ich Wiederbelebungsmaßnahmen ab. ODER - lehne ich Wiederbelebungsmaßnahmen ab, sofern diese Situationen nicht im Rahmen ärztlicher Maßnahmen unerwartet eintreten. Künstliche Beatmung In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich - eine künstliche Beatmung, falls dies mein Leben verlängern kann. ODER - dass keine künstliche Beatmung durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Beatmung eingestellt wird, unter der Voraussetzung, dass ich Medikamente zur Linderung der Luftnot erhalte. Die Möglichkeit einer Bewusstseinsdämpfung oder einer ungewollten Verkürzung meiner Lebenszeit durch diese Medikamente nehme ich in Kauf. Dialyse In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich - eine künstliche Blutwäsche (Dialyse), falls dies mein Leben verlängern kann. ODER - dass keine Dialyse durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Dialyse eingestellt wird. Antibiotika In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich - Antibiotika, falls dies mein Leben verlängern kann. ODER - Antibiotika nur zur Linderung meiner Beschwerden. Blut/Blutbestandteile In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich - die Gabe von Blut oder Blutbestandteilen, falls dies mein Leben verlängern kann. ODER - die Gabe von Blut oder Blutbestandteilen nur zur Linderung meiner Beschwerden. 4. Ort der Behandlung, Beistand Ich möchte - zum Sterben ins Krankenhaus verlegt werden. ODER - wenn möglich zu Hause bzw. in vertrauter Umgebung sterben. ODER - wenn möglich in einem Hospiz sterben. 5. Aussagen zur Verbindlichkeit und zur Auslegung- Der in meiner Patientinnenverfügung geäußerte Wille zu bestimmten ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen soll von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und der Pflege befolgt werden. - Sollte eine Ärztin oder ein Arzt oder das Behandlungsteam nicht bereit sein, meinen in dieser Patientinnenverfügung geäußerten Willen zu befolgen, erwarte ich, dass für eine anderweitige medizinische und/oder pflegerische Behandlung gesorgt wird. Meine Vertreterin soll die Behandlung so organisieren, dass meinem Willen entsprochen wird. - In Lebens- und Behandlungssituationen, die in dieser Patientinnenverfügung nicht konkret geregelt sind, ist mein mutmaßlicher Wille zu ermitteln. Bei unterschiedlichen Meinungen über anzuwendende oder zu unterlassende medizinische/pflegerische Maßnahmen soll der Auffassung von Frau [Vorname(n) Nachname, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer] besondere Bedeutung zukommen. - Wenn ich meine Patientinnenverfügung nicht widerrufen habe, wünsche ich nicht, dass mir in der konkreten Anwendungssituation eine Änderung meines Willens unterstellt wird. Wenn aber die behandelnden Ärztinnen und Ärzte/ das Behandlungsteam/ meine Bevollmächtigte/ meine Betreuerin aufgrund meiner Gesten, Blicke oder anderen Äußerungen die Auffassung vertreten, dass ich entgegen den Festlegungen in meiner Patientinnenverfügung doch behandelt oder nicht behandelt werden möchte, dann ist möglichst im Konsens aller Beteiligten zu ermitteln, ob die Festlegungen in meiner Patientinnenverfügung noch meinem aktuellen Willen entsprechen. Bei unterschiedlichen Meinungen soll in diesen Fällen der Auffassung von Frau [Vorname(n) Nachname, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer] besondere Bedeutung zukommen. 6. Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht / ZutrittHiermit entbinde ich das medizinische Personal, die mich behandelnden Ärztinnen und Ärzte, die Pflege und das übrige Behandlungsteam ausdrücklich gegenüber Frau [Vorname(n) Nachname, Geburtsdatum] von der Schweigepflicht. Ich wünsche ausdrücklich, dass Frau [Vorname(n) Nachname, Geburtsdatum] jederzeit Zutritt zu mir hat und ermächtige das medizinische Personal, diese zu mir zu lassen, wenn ich einmal auf der Intensivstation liegen sollte. 7. Hinweis auf beigefügte Erläuterungen zur PatientinnenverfügungAls Interpretationshilfe zu meiner Patientinnenverfügung habe ich eine Darstellung meiner allgemeinen Wertvorstellungen beigelegt. 8. Organspende - Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu (ggf.: Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt). Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspenderin in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientinnenverfügung ausgeschlossen habe, dann - geht die von mir erklärte Bereitschaft zur Organspende vor. - gehen die Bestimmungen in meiner Patientenverfügung vor. ODER - Ich lehne eine Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken ab. 9. Schlussbemerkungen - Mir ist die Möglichkeit der Änderung und des Widerrufs einer Patientinnenverfügung bekannt. - Ich bin mir des Inhalts und der Konsequenzen meiner darin getroffenen Entscheidungen bewusst. - Ich habe die Patientinnenverfügung in eigener Verantwortung und ohne äußeren Druck erstellt. - Ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte. Ort, Datum, Unterschrift |